waren die tragenden Säulen des Unterrichts:
Das Elektronische Konferenzzentrum BioMOO bringt Leben in den Kurs, indem es textbasierte Echtzeit-Kommunikation zwischen den Teilnehmern ermöglicht. Jede Studiengruppe hielt einmal pro Woche ihre Sitzung ab, in der neben den Hausaufgaben und der Diskussion des Hypertext-Lehrbuches auch Platz für spontane Diskussionen und sogar kleine Geburtstagsfeiern war. Die Dozenten trafen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, und der gesamte Kurs war zu Gastvorlesungen eingeladen, zur Welcome-Party und zur Diskussion künftiger Perspektiven. Ein in der "Chronicle of Higher Education" erschienener Artikel über unseren Kurs befaßt sich vornehmlich mit der sozialen Interaktion im BioMOO (siehe Anlage).
Screenshot: Gezeigt wird das WWW-Interface zum Konferenzzentrum;
die eigentliche Interaktion findet in einem weiteren Fenster statt.
Die
Sitzungen trugen entscheidend zur Motivation bei, indem sie einen wöchentlichen
Stimulus gaben. Die Erörterung schwieriger Sachverhalte, zusammen
mit dem Dozenten und den Mitstudenten, konnte sich dabei mit heiter-gelassenen
Interaktionen abwechseln. So ist auf BioMOO ein "Aligner"
genanntes kleines Programm installiert, mit dem ein Student das Alignment
("Zusammenschau") zweier Biosequenzen Schritt für Schritt
vor den "Augen" aller anderen berechnen kann, und auch ein "virtuelles
Feuerwerk", welches z.B. für besagte Geburtstagsfeiern genutzt
wurde.
Der Screenshot zeigt den Status des "Aligners", nachdem
der Studierende die Sequenzen eingegeben und das Alignment berechnet hat.
Das Alignment und die zugehörige Matrix sind für die anderen
Mitglieder der Studiengruppe einsehbar, ebenso wie sämtliche Aktionen,
die der Student mit dem Aligner durchführt.
Das
Hypertext-Buch dient als Ausgangspunkt
und Taktgeber für die interaktiven Diskussionen. Es behandelt die
Nutzung von Internet-Ressourcen, die Berechnung des Alignments zweier sowie
beliebig vieler Biosequenzen (Pairwise / Multiple Alignment), Datenbankrecherchen,
Abstammungsbäume u.a.m. Eingestreut sind Hausaufgaben, die wöchentlich
abzugeben sind und für die Lösungsblätter zur Verfügung
stehen. Ein paar mal konnten findige Studenten die Lösungen auch finden,
indem sie die WWW-Seiten anderer Studiengruppen
durchstöberten, denn manch ehrlicher Student hatte seine Lösungen
auf seiner persönlichen WWW-Seite gespeichert. Beim 1996er Kurs ist
ein kleines Hypertext-Buch entstanden, das BioComputing
für den Laien erläutert.
wurden gezielt eingesetzt für einige zentrale Konzepte:
Das
Alignment zweier Biosequenzen mit Hilfe eines nicht offensichtlichen Berechnungsschemas
ist die erste richtige Hürde für viele Teilnehmer. Während
der oben vorgestellte "Aligner" die schrittweise Berechnung im
BioMOO ermöglicht, hat ein Student als "Projektarbeit" eine
WWW-Seite
konzipiert, mit der wichtige Varianten des Algorithmus studiert werden
können.
Screenshot: Auf der linken Seite findet man das "Control Panel",
mit dem die Varianten eingestellt werden können. Auf der rechten Seite
findet man die Ausgabe, u.a. Matrix und Alignment. (Hier die Figur in Originalgröße.)
Das
Alignment dreier Biosequenzen läßt sich in einem dreidimensionalen
Quader veranschaulichen. Ein Java-Applet
ermöglicht es dem Studenten, einen solchen Quader nicht nur zu konstruieren,
sondern auch mit der Maus im Fenster des WWW-Browsers zu drehen, und das
Alignment unter beliebigen Blickwinkeln zu betrachten.
Screenshot: Oben befindet sich ein Eingabefeld für die Sequenzen,
darunter folgt das Alignment und schließlich der drehbare Quader,
der den sogenannten "Alignment path" (rot) enthält.
(Dasselbe Bild in Originalgröße.)
Weitere
interaktive WWW-Applikationen sind ein suchbares
Glossar und Java-Applets
zur Visualisierung im Kurs besprochener Biomoleküe.
Screenshot: Die in unserem Glossar erklärten Begriffe sind nicht
nur untereinander durch Verweise verknüpft, sondern enthalten auch
Links nach außen. Die abgebildete Seite z.B. verweist auf Werkzeuge
im Internet, mit denen sich ein multiples Alignment berechnen läßt.
haben in unserem Kurs einen wichtigen Platz. Electronic Mail ist ein Eckpfeiler der asynchronen Kommunikation unter den Teilnehmern, und wir haben Verteilerlisten für die einzelnen Studiengruppen, die Dozenten, die Consultants und für alle Mitwirkenden zusammen eingerichtet. Ab und zu werden sogar Faxe und Grußkarten verschickt !